PR-Bericht in der Thurgauer Zeitung, 31.08.2007
KREUZLINGEN - Am 7. September feiert die Zahn + Co Ing. HTL (Heizung, Klima, Sanitär, Spenglerei) ihr 100jähriges Bestehen. Der Anlass, zu dem neben Kunden und Geschäftsfreunden auch Vertreter von Kanton und Stadt eingeladen sind, bietet den Gästen interessante Höhepunkte.
«Wir sind als Firma, die sich mit Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik sowie Spenglerarbeiten beschäftigt, auch der Umwelt verpflichtet» erklärt Roland F. Zahn, der in dritter Generation das Unternehmen führt. Der technische Fortschritt hat in den vergangenen Jahren umweltfreundliche Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen ermöglicht. Damit könne die Firma, neben der Erfüllung der gesetzlichen Bestimmungen, auch auf das von den Kunden geforderte höhere Umweltbewusstsein eingehen. «Als Klimatechniker, die sich für das Wohlbefinden der Menschen im Innern eines Gebäudes einsetzen, ist uns das Problem der weltweiten Klimaveränderung völlig bewusst», meint Roland F. Zahn.
Daher hat er als Hauptreferenten für die Jubiläumsveranstaltung Professor Thomas Stocker nach Kreuzlingen eingeladen. Stocker ist Leiter der Abteilung für Klima- und Umweltphysik am Physikalischen Institut der Universität Bern. Das Institut ist führend in der Bestimmung der Treibhausgaskonzentration in Eisbohrkernen. Thomas Stocker gehört zu den weltweit führenden Experten und ist Mitglied des Herausgeberrates des arrivierten Wissenschaftsmagazins Science.
Es stehe ausser Zweifel, dass die beschleunigte globale Erwärmung der letzten 50 Jahre massgeblich durch den Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen verursacht worden sei, ist sich Thomas Stocker aufgrund seiner Forschungen bewusst. Zahlreiche Modellsimulationen verdeutlichten, dass natürliche Einflüsse wie die Änderung der Sonneneinstrahlung und Vulkanereignisse sowie natürliche Zyklen nur von untergeordneter Bedeutung gewesen seien.
Herausforderung für das 21. Jahrhundert
«Eine globale Erwärmung von zwei Grad Celsius wird oft als tolerierbar bezeichnet und deshalb als Klimaziel der EU definiert», so Thomas Stocker. Aufgrund von fundamentalen physikalischen Prozessen werde die Erwärmung vor allem in geographischen Breiten mit jahreszeitlicher Schneebedeckung verstärkt erfolgen. Für die Alpen bedeutet dies eine verkürzte Wintersaison. Selbst beim ehrgeizigen Klimaziel von zwei Grad werde dies einschneidende Folgen für Tourismus sowie die Wasser- und Elektrizitätswirtschaft haben.
Vor allem Extremereignisse in den letzten Jahren habe die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregt, da diese die gesellschaftlichen Strukturen am stärksten und unmittelbarsten belasteten. Berechnungen zeigten, dass die Hitzewelle 2003 in Europa bereits durch die Klimaerwärmung begünstigt worden sei.
Aufgrund der Trägheit des Klimasystems sei der Ozean weit von einem Gleichgewicht entfernt. Durch das Eindringen der Erwärmung in die tieferen Schichten des Ozeans werde der Meeresspiegel noch bis ins 22. Jahrhundert ansteigen, auch wenn die Emissionen bereits heute reduziert würden. «Die Konsequenz ist, dass wir noch nicht alle klimatisch bedingten Veränderungen erfahren haben, die uns aufgrund der bereits erfolgten Emissionen noch bevorstehen», erklärt Stocker.
Die neueste Klimaforschung zeigt, dass es mehrere Komponenten im Klimasystem gebe, die nicht-lineare Kippeffekte zeigen. Der bekannteste betreffe den nördlichen Ausläufer des Golfstroms. Verstärkte und besonders schnelle Erwärmung könne diese Strömung zum Versiegen bringen. Auch die Vegetation, insbesondere die Regenwälder, könnten bei einer starken Erwärmung Kippeffekte aufweisen.
«Wunderrezepte gegen die globale Erwärmung werden wiederholt vorgeschlagen und machen oft Schlagzeilen. Die Emission von Treibhausgasen während den letzten 250 Jahren und die globale Veränderung der Landnutzung können nicht innerhalb von wenigen Jahren mit einigen Aktionen beseitigt werden», so Thomas Stocker. Einzig langfristige und globale weltumfassende Massnahmen würden ermöglichen, dieses globale Problem in Schranken zu halten.
Gibt es ein Wunderrezept?
«Wunderrezepte gegen die globale Erwärmung werden wiederholt vorgeschlagen und machen oft Schlagzeilen. Die Emission von Treibhausgasen während den letzten 250 Jahren und die globale Veränderung der Landnutzung können nicht innerhalb von wenigen Jahren mit einigen Aktionen beseitigt werden», so Thomas Stocker. Einzig langfristige und globale weltumfassende Massnahmen würden ermöglichen, dieses globale Problem in Schranken zu halten.
Nicht nur Klimaschutz, wie oft behauptet, sondern auch die klimabedingte Anpassung werde mit hohen Kosten und infrastrukturellen Veränderungen verbunden sein. Ob die Erwärmung gegen Ende des 21. Jahrhunderts zwei, vier oder mehr Grad betrage, werde allein durch das Volumen der ab heute emittierten Treibhausgase, die Änderung der Landnutzung und durch die gesellschaftspolitischen Entscheidungen auf lokaler, regionaler und globaler Ebene bestimmt, erklärt Thomas Stocker.
Plaudern mit Melanie Winiger
Die Grussbotschaft des Kantons Thurgau wird Regierungspräsident Hans Peter Ruprecht überbringen, Stadtammann Andreas Netzle gratuliert der Firma Zahn + Co im Namen der Stadt Kreuzlingen. Die Schauspielerin Melanie Winiger wird während des Jubiläums-Dinners mit Roland F. Zahn auf der Bühne über Geschichte und Geschichten der Firma plaudern. Für die musikalische Begleitung wird eine ganz besondere Band in einmaliger Zusammensetzung sorgen - darunter ein internationaler Executive-Headhunter und ein VR-Mitglied eines grossen Beratungsunternehmens.